
Mittwoch, 09.45 Uhr in der Nähe von Hameln. Ein Handy, das in die Höhe gestreckt wird – gehalten vom Bauleiter, der auf der Baustelle vergeblich nach Empfang sucht und dabei frustriert aufs Display starrt. Und dann die Erkenntnis: Schon wieder kein Netz!
In Deutschland fehlt das Netz und das insbesondere in ländlichen Regionen. Noch immer sind etwa 2,1 Prozent der Fläche ohne 4G oder 5G-Versorgung. Die Ursachen? Steile Hänge, dichte Wälder, abgelegene Täler und hohe Kosten für neue Mobilfunkstandorte machen den Ausbau oft unwirtschaftlich – und dazu kommen langwierige Genehmigungsverfahren und Einschränkungen durch den Naturschutz.
Das Problem ist nicht neu, aber der Frust steigt und die Lösungen lassen weiter auf sich warten. Gerade wenn es schnell gehen muss, bremst die Netzqualität die Arbeit oft stark aus und führt zu Frustration bei Mitarbeitenden.
Das gilt nicht nur für Festnetz-Internetverbindungen, sondern betrifft gerade auch den Mobilfunk in vielen Regionen Deutschlands. Wer ist schuld am Zustand der digitalen Infrastruktur und warum hinkt Deutschland im europäischen Vergleich hinterher?
Digitale Infrastruktur: Das Wichtigste in Kürze
- Hohe Ausbaukosten und Bürokratie erschweren den Netzausbau
- Ballungsräume wirtschaftlich lukrativer für Netzbetreiber
- Fehlende Akzeptanz bei Glasfaseranschaffung durch Verbraucher
- Best Practice: Landkreis Emsland gilt als Vorreiter beim Glasfaserausbau
- Internetgeschwindigkeit: Deutschland im Ländervergleich auf hinterem Platz
- 5G-Netz immer noch nicht flächendeckend ausgebaut
- Bundesnetzagentur in der Kritik
- Offline arbeiten mit 123erfasst
Digitale Infrastruktur: Wer ist schuld?
Die damalige Entscheidung des Ex-Bundeskanzlers Helmut Kohl, Kupferkabel anstelle von Glasfaser zu verlegen, war bekannterweise dem Ausbau der digitalen Infrastruktur schon in den 80er Jahren nicht zuträglich. Doch gilt das damalige Versäumnis aus politisch-ambitionierten Motiven heute immer noch als Ausrede für den schleppenden Ausbau?
Neben Natur und Topografie verhindern vor allem wirtschaftliche und politische Faktoren den Netzausbau: Geringe Bevölkerungsdichte in abgelegenen Gebieten, hohe Ausbaukosten und Bürokratie führen dazu, dass zwar die Haushalte und Verkehrswege theoretisch versorgt sind, die Praxis sieht jedoch anders aus.
Die Netzbetreiber konzentrieren sich auf die lukrativen Ballungsräume, während der ländliche Raum weiter auf flächendeckenden Empfang wartet. Die Bundesnetzagentur und das Bundesministerium für Digitales versuchen gegenzusteuern: Durch gezielte Förderprogramme und Auflagen sollen bis 2030 mindestens 99,5 Prozent der Fläche mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden.
Wann kommt das Glasfaser-Netz?
Die Qualität der digitalen Infrastruktur gehört zu den akuten Brennpunkten in Deutschland. Langsames Netz, Funklöcher und Frustration begleiten den Arbeitsalltag in ländlichen Regionen. Die Lösung? Glasfaser soll es retten. Bis 2030 ist die Abschaffung der alten DSL-Kupfernetze sowie eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser geplant. Doch für viele bleibt Glasfaser aktuell noch Wunschdenken.
2025 erreicht das Glasfasernetz erstmals über die Hälfte der Haushalte: 52,8% können theoretisch einen Anschluss legen lassen, die Leitung liegt oft schon im Gehweg. Doch aktiv genutzt, also tatsächlich angeschlossen, sind bisher nur 27,3% aller Einheiten. In Schleswig-Holstein läuft der Ausbau am schnellsten, während in vielen süddeutschen Regionen und ländlichen Ecken weiter Nachholbedarf herrscht.
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMDV) setzt Glasfaser als zentrale Zukunftstechnologie und fördert den Ausbau dort, wo der private Markt nicht weiterkommt. „Fast jeder zweite Haushalt hat inzwischen die Möglichkeit, sich an Glasfaser anzuschließen“, heißt es aus dem Ministerium – aber genutzt wird der Anschluss oft noch zu wenig. Die bundesweite Förderkampagne, die jährlich neu aufgelegt wird, soll das ändern und macht Glasfaser zum Chef-Thema in Berlin.
Doch warum ist die Nachfrage nach Glasfaser in den Regionen, in denen es bereits verfügbar ist, verhältnismäßig gering? Zwei zentrale Faktoren werden genannt:
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Best Practice digitale Infrastruktur: Landkreis Emsland macht es vor
Als Vorreiter in Sachen Glasfaserausbau gilt der Landkreis Emsland. Bereits 2027 sollen hier „100 % Gigabit“ erreicht werden. Das toppt nicht nur das vom Bund gesetzte Zieljahr 2030, sondern ist auch international beispielhaft. Mit dem Gütesiegel „Echte Glasfaserkommune“ sind bereits jetzt 91 % der Adressen im Emsland am Netz. Auch in Sachen Internetgeschwindigkeit zeigt das Emsland mit dem neuen Internetknoten Nordwest-IX in Meppen Ambitionen, das ländliche Netzdebakel der Verbraucher endgültig einzudämmen und die digitale Infrastruktur zu stärken.
Internetgeschwindigkeit im Länder-Vergleich
Im internationalen Vergleich dümpelt Deutschland beim Thema Netzgeschwindigkeit auf einem hinteren Platz: 2024 reicht es beim Festnetz nur für Rang 58 mit durchschnittlich 91 Mbit/s. Beim mobilen Internet steht man immerhin auf Platz 48 mit etwas über 59 Mbit/s. Doch schon im direkten europäischen Vergleich mit unserem Nachbarn Frankreich ist die Leistung miserabel.
| Land | Festnetz-Download [Mbit/s] + Rang | Mobilfunk-Download [Mbit/s] + Rang | |
|---|---|---|---|
| Singapur | 284
Rang n/a |
n/a | |
| Frankreich | 242
Rang 7 |
113
Rang 4 |
|
| Deutschland | 91
Rang 58 |
59
Rang 48 |
|
| Schweden | 194
Rang 15 |
60
Rang 42 |
|
| Polen | 121
Rang 29 |
42
Rang 61 |
|
| Schweiz | 152
Rang 27 |
77
Rang 31 |
|
| Großbritannien | 77
Rang 65 |
63
Rang 41 |
|
| Vereinigte Arab. Emirate | 276
Rang 2 |
296
Rang 2 |
|
Quelle: Verivox, IT-Daily (eigene Darstellung)
Deutschland ist bei der digitalen Lebensqualität (Kosten & Sicherheit) zwar europaweit vorn, bei Internetqualität aber weit von der Spitze entfernt: Mobil und stationär geht der Datenstrom in vielen Regionen immer noch zu langsam – und das macht sich im Arbeitsalltag besonders bemerkbar.
Was bedeutet 5G-Netz und wie hilft es weiter?
5G steht für die fünfte Generation des Mobilfunkstandards und gilt als Synonym für besonders schnelle Datenübertragung, minimale Verzögerungen und neue digitale Möglichkeiten – zumindest auf dem Papier. Anspruch und Wirklichkeit liegen aber weiterhin auseinander: Zwar verkünden Netzbetreiber eine beeindruckende Versorgung von bis zu 99 % der Bevölkerung mit 5G, tatsächlich weicht der Wert bei Berücksichtigung der Landesfläche aber ab, besonders außerhalb der Städte klaffen noch größere Lücken. In ländlichen Regionen haben Haushalte teilweise eine schlechte oder gar keine 5G-Abdeckung.
Hieß es 2018 von der damaligen Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) noch, den neuesten Mobilfunkstandard 5G brauche es nicht an jeder Milchkanne, rief die Ampelregierung 2023 die Gigabitstrategie aus, um die Versorgungslücken in der digitalen Infrastruktur strategisch anzugehen.
digitale Infrastruktur Deutschland: Zahl der Dauer-Nutzer steigt rasant
Egal ob Bauleiter, Polier oder Projektleiter – online unterwegs zu sein, begleitet fast alle täglich. Laut Statista nutzen 95 Prozent der Deutschen regelmäßig das Internet. Besonders die Zahl der Dauer-Nutzer („fast die ganze Zeit online“) steigt rasant: 2024 sind 13 Millionen Deutsche ständig digital aktiv.
Im Baustellenalltag zeigt sich, wie wichtig stabile Netzverbindungen sind – nicht nur für E-Mails, sondern für Dokumentationen, Maschinensteuerung, Absprachen und alles, was die digitale Baustelle ausmacht.
Mit der App von 123erfasst kann dieses Problem aktiv selbst behoben werden, denn damit lässt sich von unterwegs auch offline arbeiten. Deine Daten werden automatisch von der App auf deinem Mobilgerät an die Bausoftware im Büro übertragen – auch wenn du mal kein Netz hast.
Schlechter Mobilfunkempfang – Bundesnetzagentur in der Kritik
„Ich kann dich nicht hören, du bist im Funkloch!“ Egal ob mobiles Internet oder Telefonie: Wer morgens auf der Baustelle vergeblich nach Netz sucht, spürt die Unzulänglichkeiten der digitalen Infrastruktur direkt im Alltag. Ein Problem, dem Unternehmen oft machtlos gegenüberstehen.
Die Bundesnetzagentur, eigentlich als unabhängige Instanz für die Vergabe der Mobilfunkfrequenzen zuständig, stand in den letzten Jahren mehrfach in der Kritik; besonders die 5G-Vergabe 2019 wurde vom Verwaltungsgericht Köln für rechtswidrig erklärt. Der Vorwurf: Große Netzbetreiber wurden begünstigt, kleinere Anbieter blieben benachteiligt. Die sogenannten Diensteanbieter-Verpflichtungen wurden aus dem Verfahren gestrichen, wodurch neue und kleinere Unternehmen kaum Zugang zu den Netzen bekamen, der Wettbewerb weiter eingeschränkt wurde und die Preise für Mobilfunk in Deutschland hoch blieben.
Fazit
Die Leistungsfähigkeit der digitalen Infrastruktur in Deutschland ist sprichwörtlich ausbaufähig – das zeigt der Ländervergleich deutlich. Bürokratie, Kosten und hohe Aufwände bremsen den Fortschritt zusätzlich aus. Würde allein auf die Reaktionsgeschwindigkeit der Politik gesetzt, müssten Unternehmen wohl noch jahrelang mit den Folgen einer mangelhaften Netzqualität leben.
Doch während der Netzausbau vielerorts noch auf sich warten lässt, gibt es bereits praxisnahe Lösungen, die den Alltag auf der Baustelle erleichtern. Mit der Offline-Funktion der 123erfasst-App können Bauunternehmen schon heute unabhängiger von der Netzabdeckung in Deutschland arbeiten. Kein Empfang auf der Baustelle? Kein Problem! Die erfassten Daten werden automatisch an die Bausoftware im Büro übertragen – ganz ohne aktive Internetverbindung. So bleibt der Informationsfluss gesichert, die Dokumentation zuverlässig und die Produktivität hoch – selbst dort, wo das Netz noch Lücken hat.
Digitale Lösungen wie 123erfasst zeigen, dass Fortschritt nicht auf politische Entscheidungen warten muss. Sie machen die Bauwirtschaft handlungsfähiger und stellen unter Beweis, dass Eigeninitiative und Innovation der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen, digital vernetzten Branche sind.
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Bildnachweis: Stock Adobe







